Historie

Familie Riedel

 

Am 01.09.1919 gründeten die Brüder Otto & Willy Riedel auf dem väterlichen Grundstück in Bad Klosterlausnitz den Leiternbetrieb „Gebrüder Riedel“. Die Anfangsjahre waren nicht leicht, es mussten erst einmal Kunden gewonnen werden. In dieser Zeit gab es besonders viel Konkurrenz, da die Leitermacher im Altenburger Holzland (ab 1920 Thüringer Holzland) sehr zahlreich vertreten waren - es galt sich durchzusetzen. Anfang der 1920-er Jahre kam die harte Zeit der Inflation. Bevor die Waren verkauft waren, hatte das Geld schon wieder enorm an Kaufkraft verloren. Vom Verkaufserlös konnte man kaum das benötigte neue Material kaufen. Erst nachdem die Goldmark kam, ging es langsam wieder aufwärts. Auch in den so genannten Goldenen Zwanziger Jahren galt es sich weiterhin gegen die immer größer werdende Konkurrenz durchzusetzen. Damals wie heute gilt: Qualität ist die beste Kundenwerbung.

 

Im 2.Weltkrieg mussten die Produktion teilweise für Kriegslieferungen umgestellt werden. Willy Riedel wurde mit 45 Jahren erneut in die Wehrmacht eingezogen, obwohl er im 1. Weltkrieg einen schweren Herzfehler erlitten hatte. Im April 1938 nahm Rudolf Riedel eine 3-jährige Lehre als Leitermacher im väterlichen Betrieb auf und legte 1941 die Gesellenprüfung ab. 1942 wurde auch er zur Wehrmacht eingezogen und kehrte 1945 schwer geschädigt aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück.

 

Nach seiner Genesung nahm Rudolf Riedel trotzdem die körperlich schwere und harte Arbeit wieder auf. Im Jahr 1947 legte er die Meisterprüfung als Treppenleitermacher-Meister ab. Zu dieser Zeit war dies noch möglich. Drei Jahre später wurden die Leitermacher aus der Systematik gestrichen und es war kein Ausbildungsberuf mehr. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Jahre 1946 wurde die ELG (Einkaufs- und Liefergenossenschaft) der Thüringer Leitermacher gegründet. In dieser war Willy Riedel als 1.Vorstand tätig.

Um seinen Sohn Rudolf eine eigene Existenz zu schaffen, hat Willy Riedel 1950 seinen Betrieb nach Hermsdorf verlegt. 1968 verstarb Willy Riedel und Rudolf Riedel übernahm den Betrieb. Dabei wurde er von seiner Ehefrau Hannelore Riedel tatkräftig unterstützt.

 

Es gab zu DDR-Zeiten nie Absatzschwierigkeiten mit der produzierten Ware. Umso größer waren die Probleme bei der Materialbeschaffung und mit den Behörden. Privatbetriebe waren im Sozialismus nicht erwünscht und wurden in den 1970-er Jahren nach Möglichkeit halbstaatlich und später verstaatlicht. Die Zukunftsaussichten der Firma waren sehr ungewiss. Aus diesem Grund begann der Enkel des Firmengründers, Hartwig Riedel, eine Lehre in den Keramischen Werken Hermsdorf. Auf Grund guter Leistungen und des sehr guten Abschlusses wurde er sofort an die Fachschule für Keramik in Hermsdorf delegiert und schloss das Studium erfolgreich als Keramikingenieur ab. Immer das Ziel vor Augen, wie Vater und Großvater den Beruf eines Leitermachers auszuüben, trat Hartwig Riedel 1986 in den Betrieb ein und erwarb 2 Jahre später den Facharbeiterabschluss für Holztechnik. Am 01.01.1988 übernahm Hartwig Riedel, unterstützt von seiner Frau Monika, den Betrieb. Nach der Wende 1989 / 1990 löste sich die ELG Thüringer Leitermacher auf.

 

Seither hat sich die Firma von einem 2-Mann-Betrieb zu einem Betrieb mit heute 18 Mitarbeitern entwickelt. Im Jahr 1998 wurde durch Hartwig Riedel die Einzelfirma in eine GmbH umgewandelt, in welcher er der Geschäftsführer ist.